Montag, 29. Mai 2017

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Feuerwehr Neustadt ©

CSA-Seminar in Seelze

15 Feuerwehrleute aus Seelze, Garbsen, Neustadt und Wunstorf haben das Seminar „Tragen von Chemikalienschutzanzügen (CSA)“ in der Seelzer Feuerwache besucht. Sie sind nun dazu qualifiziert, den CSA im Einsatz zu tragen, also bei Gefahrgutunfällen zu helfen. Auf dem Bahngelände, der Autobahn, dem Chemieunternehmen Honeywell oder auch im Privathaushalt kommt es immer wieder zu solchen Situationen, in denen gefährliche Chemikalien auslaufen.

In Chemikalienschutzanzügen sind Feuerwehrleute komplett von der Außenwelt abgeschlossen. Per Funk kommunizieren sie mit dem Einsatzleiter. Das Atemschutzgerät ist integriert, es wird in den Anzug hinein geatmet, sodass er sich aufbläht. Selbst ausziehen lässt der Anzug sich nicht, und die Luft reicht nur für einen Einsatz von maximal 20 Minuten.
Mit einem simulierten Lkw-Unfall haben die Feuerwehrleute am Sonnabendvormittag das Tragen des CSA in der Praxis kennengelernt. Sie bekamen einen Alarm, wussten nur, dass ein Lkw mit Gefahrgut verunglückt ist. Unwissend mussten die Feuerwehrleute sich der Einsatzstelle nähern. Der Nebel, der Rauch darstellen sollte, erschwerte die Sicht. Laute Knallgeräusche simulierten Explosionen. Die Kameraden mussten zuerst feststellen, wo der Fahrer ist, welcher Gefahrstoff überhaupt geladen ist und wie groß die Gebinde sind. Schließlich mussten die kaputten Fässer geborgen und gesichert werden.
Stadtausbildungsleiter Frank Wolny war zufrieden mit der Leistung der neu ausgebildeten CSA-Träger. „Es ist auch eine Sache der Psyche, den Anzug zu tragen. Es kann zu Platzangst kommen und man muss aushalten, von außen vollkommen mit Chemikalien benetzt zu sein“, sagte er. Die Gefahrgutübung wurde möglichst realitätsnah gestaltet, um auch die Stresssituation wirken zu lassen.
Für Oberfeuerwehrmann Niklas Nowack aus Neustadt war es ein komisches Gefühl, den CSA zu tragen: „Die Bewegungseinschränkung ist ungewohnt. Wenn man den Kopf drehen will, muss man den ganzen Körper wenden.“ Man müsse die Lage einschätzen und so wenig wie möglich anfassen, sagte Nowack.
Voraussetzung für die Teilnahme an dem Seminar ist der abgeschlossene Atemschutzgerätelehrgang. In ihren Heimatorten werden die Seminarteilnehmer weiter mit den Anzügen üben.

 

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Quelle: Feuerwehr Seelze